
Reisebericht von Laura: Mit Geraldino in der Wüste
10. April 2008 - Reise, Fans:
Laura (11 Jahre) war in den Osterferien mit GERALDINO in der Wüste Sahara. Hier könnt ihr den Abenteuer-Bericht lesen:
Sahara März 2008
Ein Reisebericht von Laura (11 Jahre)
Wir (mein Bruder, unsere Mutter und ich) hatten den Hinflug gerade mit etwas Ohrenschmerzen hinter uns gebracht und unser Gepäck abgeholt, als wir auf Mohamed Chibani warteten. Er und seine Frau Heidrun Ehlerding leiteten die Reise. Mit dem Jeep wurden wir in das Hotel nach Djerba gefahren. Dort bekamen wir ein sehr gemütliches Zimmer zugeteilt mit genügend Platz.
Wir waren die letzten, die angekommen waren und die anderen Mitreisenden hatten sich schon vorgestellt. Unter den Reisenden kannten wir schon GERALDINO, der für die gute Laune der Kinder verantwortlich sein sollte, und seine Familie. (Wir waren mit ihnen schon bei der Aktion „Können Pferde Fußball spielen?“ auf Arhöna dabei.) Wir spielten noch Vorstellungsspiele und aßen anschließend richtig tunesisch. Es hat fast allen sehr gut geschmeckt. Zum Nachtisch gab es Orangen. In der Wüste habe ich mich sehr mit diesen Früchten angefreundet. Danach war es für alle Zeit ins Bett zu gehen und sich für den 1. Tag in der Wüste auszuruhen.
Am nächsten Morgen waren alle ausgeschlafen, nur einem Jungen ging es nicht gut. Wir aßen Frühstück, welches eigentlich genauso schmeckte wie in Deutschland. Danach duschten alle noch einmal ordentlich, denn es musste für die nächsten Tage reichen. Nachdem alle Sachen aus den Zimmern geschleppt waren, wurden sie gleichmäßig auf die Dächer der Jeeps geschnürt. Wir saßen mit einer Mutter, deren Kind und Heidrun zusammen im Jeep.
Zuerst kurvten wir einmal durch ganz Djerba um anschließend mit der Fähre auf das Festland überzusetzen. Wir mussten lange warten in der Warteschlange für die Fähre. Wir gingen am Ufer des Meeres entlang und schauten Tiere an. Einheimische Jungen kamen mit Chamäleons auf den Armen zu den Touristen und setzten ihnen das Tier auf den Arm. Wenn man dann ein Foto gemacht hatte, wollten sie Geld haben. Davor sollten sich alle in Acht nehmen!
Bald mussten wir in die Jeeps steigen und auf die Fähre fahren. Dort konnte man sich Djerba und das Festland anschauen. Als wir dann wieder auf festem Boden waren, ging die Fahrt schon weiter. Auf der Fahrt verwandelte sich die Graslandschaft mit den schönen Olivenbäumen allmählich in eine Art Steppe. Bis nach Douze fuhren wir auf normaler Straße. Auf dem Weg sah man Höhlenwohnungen die meistens noch von Berbern bewohnt waren. Wir machten noch eine kleine Cafépause in Matmata. Dort gab es einen Turm im Innenhof, von dem aus man das ganze Tal überblicken konnte. Als wir in Douze in einem schnuckeligen Restaurant zu Mittag gegessen hatten, kauften wir uns jeder eine „Einheimische Kopfbedeckung“, den Schech. Es gibt ihn in den verschiedensten Farben, aber die Standesfarbe ist blau. Als jeder einen Schech hatte, spielte GERALDINO mit uns Kindern noch ein paar Spiele. Einem Jungen ging es sehr schlecht und er musste sich hinlegen.
Ein paar Dörfer nach Douze fuhren wir endlich auf die Piste. Von da an fuhren wir auf dem berühmten feinen Sand der Sahara. Der Junge der mit uns fuhr, musste leider sehr oft speien, und wir mussten oft anhalten. Daher schlage ich fürs nächste Mal vor einen Jeep mit den Kindern und Erwachsenen zu machen, denen leicht übel wird, den „Kotz-Jeep“! Bei der ersten Rast rannten alle auf die nächst beste Düne um den weichen Sand durch ihre Finger rieseln zu lassen. Es gab hier nur noch wenige Pflanzen die alle etwas eintönig aussahen. Wir fuhren weiter und es wurden immer weniger Pflanzen, aber immer mehr Kinder, denen übel wurde. Schließlich fanden wir den Treffpunkt mit den Kameltreibern und deren Dromedare. Wir konnten nicht mehr laufen diesen Tag da der eine Junge nun richtig hohes Fieber hatte. Es waren alle sehr erschöpft, denn ganz ohne ist so eine Jeepfahrt ja auch nicht.
Jede Familie baute ein Zelt auf und verstaute das Gepäck darin. GERALDINO spielte mit uns und sang Lieder und erzählte Geschichten. Bald hatten sich alle um das Feuer versammelt. Die Kinder und Erwachsenen schrieen nach Essen wie kleine Vögel im Nest. Es gab leckeren Couscous, Gemüse und Ziegenfleisch. Schnell wurden alle müde und gingen zu Bett. Im Zelt war es viel zu eng. Die Matten waren zu lang für das Zelt und das Zelt war zu kurz. Sicherlich dachten viele: „Fast einen halben Tag in der Wüste habe ich jetzt schon erlebt!“ Dann schliefen alle ein soweit es möglich war.
Die Nacht war sehr stürmisch. Ich denke mehrere lagen sehr unruhig und meinten ihr Zelt würde zusammenbrechen. Doch es passierte nichts. Morgens wachte zwar jeder früh auf, aber die meisten hatten nicht gut geschlafen. Als man aus dem Zelt schlüpfte kam einem erst einmal eine Sandlawine ins Gesicht. Die Schlafsäcke und sonstiges war alles von einer feinen Sandschicht bedeckt. Manche hatten das Gepäck während des Sturmes ins Zelt geholt. Einige saßen schon am Feuer und die Kameltreiber redeten ununterbrochen. Zum Frühstück gab es sehr leckeres Brot, welches einfach nur aus Wasser, Mehl und Salz gebacken wurde. Dazu gab es Nutella von Heidrun für alle die etwas davon haben wollten. Es gab diverse Marmeladen, oder man aß das Brot ohne alles. Dazu gab es Kaffee, Kinder- und Erwachsenentee.
Die meisten hatten schon gepackt und waren bereit die erste Strecke hinter sich zu legen, als sich herausstellte, dass der eine Junge zu krank war. So verbrachten wir den ersten Vormittag an Ort und Stelle. GERALDINO sang und spielte viel mit uns. Die Eltern des kranken Jungen kamen zu dem Entschluss, ihn mit seiner Mutter nach Douze fahren zu lassen. Schließlich machte jemand den Vorschlag, mit dem Rest einfach einen Spazierritt zu machen. Wir warteten also erst auf den Jeep und machten dann einen kleinen Ausflug. Die Kinder durften alle auf die Kamele und die Erwachsenen die mit wollten mussten laufen. Die Kameltreiber führten uns immer höher. Bald waren wir bei Dünen, die im Vergleich mit denen wo wir geschlafen hatten, riesig waren. Kaum waren wir oben angelangt, kam ein Sturm auf. Sand wirbelte in die Augen. Man sah sie Hand vor Augen nicht! Schnell hieß es wieder auf die Kamele und hurtig zum Zeltplatz. Alle machten sich sorgen, denn selbst die Kameltreiber stiegen oft unsicher auf die Dünen, um Ausschau nach den Zelten zu halten. Alle waren froh als wir heil ankamen. Der Tag verlief recht ungemütlich und zum Schutz vor dem Sandsturm verzogen wir uns alle in das große Nomadenzelt. Trotzdem ging auch dieser Tag zu Ende und alle fielen todmüde ins Bett. Diesmal dachte man sich: „Jetzt habe ich schon einen ganzen Tag in der Wüste verbracht… Alle Achtung!!!“
Am nächsten Morgen packten wir endlich alle Sachen auf die Kamele. Alle Kinder wollten am Anfang reiten. Und los ging die Wanderung. Wir gingen wieder zu den Riesendünen. Von dort hatte man eine tolle Sicht. Unser nächstes Ziel sollte ein erloschener Vulkan sein. Den ganzen Tag, außer einer Mittagspause, ritten bzw. liefen wir um uns anschließend in der Nähe des Vulkanes nieder zu lassen. Ein paar Leute schliefen schon im „5-Millionen-Sternehotel“. Einige schliefen im Nomadenzelt oder in eigenen Zelten.
Die Nacht war einigermaßen ruhig. Früh am Morgen machten wir uns auf den Weg zu dem erloschenen Vulkan. Auf dem Weg fand Heidrun ein paar Straußeneierschalen die sie mir übergab. „Vor circa 100 Jahren lebten hier Strauße!“, erklärte sie mir. Auf dem Weg fanden wir immer mehr „Vulkansteine“ vor. Allerdings waren diese nicht so leicht wie die in Deutschland, sondern sehr schwer.
Am Vulkan war noch eine andere Karawane. Ein paar von uns blieben bei unseren Kamelen und den Kameltreibern, die anderen gingen zusammen mit Mohamed den schmalen Weg hoch zu dem Vulkan. Von oben hatte man eine fantastische Aussicht. Man sah kilometerweit in die Sahara. Ich entdeckte ein Loch im Fels und fragte Mohamed was das sein sollte. Er antwortete, dass sei ein Loch in dem die Nomaden das Wasser speichern, wenn es geregnet hat. „Ganz schön schlau, diese Nomaden“, dachte ich mir. Schnell noch ein paar Erinnerungsfotos geknipst und wir mussten wieder zu unserer Karawane. Auf dem Rückweg fand ich ein echtes Fossil! Einen Abdruck einer Muschel. Meine Mutter erklärte mir, dass die Sahara vor vielen Millionen Jahren ein Meer war. Unglaublich wie es sich hier von dem Meer unterschied. Der Stein ging während des Weges leider verloren.
Wir wanderten wieder weg von dem Vulkan. Durch viele mal hohe, mal niedrige Dünen. Die Wanderer stöhnten erleichtert, als wir bei einer wunderschönen Stelle die Zelte aufschlugen. Wir zelteten am Fuße einer Riesendüne, wo viele große Büsche wuchsen. Wir Kinder liefen sofort hoch um uns einen Überblick zu verschaffen und uns anschließend runterrollen zu lassen. Die Eltern bauten inzwischen die Zelte auf und die Kameltreiber machten das Essen. Diesen Abend hatte GERALDINO etwas ganz Besonderes für uns: einen Wunschballon! Das war ein kleiner Heißluftballon aus Papier. Er forderte die, die sich etwas wünschen wollten, auf, ihren Namen auf den Ballon schreiben zu lassen. Dann sollten sie sich etwas wünschen. Alle deren Name auf dem Wunschballon stand, gingen mit Geraldino auf eine Riesendüne. Nach ein paar missglückten Versuchen brannte der Treibstoff endlich. Wir ließen den Ballon los. Er flog ein paar Meter, riss und das Papier flog davon. GERALDINO hatte noch einen Zweiten dabei, der aber ganz verbrannte. So ging wahrscheinlich kein Wunsch in Erfüllung. In dieser Nacht wollten ich, mein Bruder und meine Mutter draußen schlafen. Zwar hatte sich meine Mutter schwer gesträubt, aber schließlich doch nachgegeben. Der Mond schien hell und die Sterne schimmerten geheimnisvoll. Ich konnte nicht einschlafen. Alles war so neu. Ganz toll sah man den Orion.
Als ich aufwachte, hatte ich ganz viel Sand in den Augen. Mein ganzes Gesicht war voll mit Sand. Es war schon hell und die anderen Leute waren schon wach. Heute war Ostern! Heute vor vielen Jahren ist Jesus auferstanden! Die Kameltreiber brabbelten vor sich hin und unsere Mitreisenden hatten sich schon am Lagerfeuer versammelt. Am vorigen Tag hatte Geraldino den Kindern vorgeschlagen Akrobatik zu machen. Nach dem Frühstück übte GERALDINO kleine Kunststückchen ein. Mein Bruder und ich schauten zu, dann halfen wir unserer Mutter beim Abbauen des Zeltes, welches wir vorsichtshalber aufgebaut hatten. Wir hatten das Zelt fast vollständig abgebaut und mussten es nur noch in die Tasche tun. Mein Bruder schrie plötzlich laut auf! „Hilfe! Ein Skorpion!“, rief er. Ich hatte natürlich sofort meine Kamera griffbereit. Der Skorpion war ca. 5 cm groß und neongelb. Naja, so wie diese Sterne die nachts über dem Bett leuchten, wenn man sie vorher ans Licht hält. Schnell nahm ich die Kamera und schoss 2 Fotos. Nur eins davon ist wirklich gut. Die Kinder von der Akrobatik kamen angerannt um den Skorpion zu betrachten. Da kam auch schon ein Kameltreiber und zerhaute das gelbliche Tier, welches den Stachel aufgestellt hatte. Zum Glück hatte mein Bruder ihn bemerkt, sonst hätte der Skorpion noch jemanden gestochen!
Heidrun erzählte, dass sie auf einer Tour auch von einem solchen gestochen worden war.
Nachdem dann alles auf die Kamele gepackt war, ging die Tour weiter. Am Nachmittag bauten wir erschöpft die Zelte auf. Während wir Kinder GERALDINOs Geschichten lauschten, versteckte der Osterhase kleine Gummibärtütchen und Schokobonbons. Als jeder genug hatte war es bald schon Abendbrotzeit. Nachdem gegessen wurde, machten die Kameltreiber schöne Musik. Alle standen und tanzten ausgelassen. Es war der schönste Abend. Es war stockfinster weil der Mond erst später kam. Die meisten mussten erst herumirren ehe sie ihr Zelt fanden.
In der Nacht war es wieder sehr windig. Als wir aufwachten standen unsere Schuhe fast ganz im Sand. Man sah nur noch die Bändel. Es war der letzte Tag richtig in der Wüste. Das letzte richtige Wüstenfrühstück. Diesen Tag würden uns die Jeeps wieder nach Douze bzw. nach Djerba bringen. An diesem Tag war es sehr windig und kalt. Während wir ritten sahen wir ganz viele Kamelstuten und deren Babys. Die Hengste blubberten (das machen die geschlechtsreifen Männchen; sie blubbern dann und eine Blase hängt rechts aus dem Maul). Die Weibchen liefen weg (die Kameltreiber verscheuchten sie).
Schließlich waren wir an unserem Treffpunkt mit den Jeeps angelangt. Dort gab es Mittagessen. Wüstenessen das letzte Mal. Ich war sehr traurig, dass die Tour schon wieder fast vorbei war. Wir nahmen uns noch ein Schüsselchen Sand mit und fuhren dann nach Douze. Auf der Rückfahrt wurde mir richtig übel. Dann waren wir in Douze angekommen. Im Hotel wurde ersteinmal gründlich geduscht. Es hätte richtig schön sein können, doch das Wasser war kalt! Nach der Dusche erkannten wir uns gegenseitig gar nicht mehr. Göttlich war es doch so sauber zu sein! Wir gingen gleich noch mal ins Zentrum. Dort kauften wir ein paar Mitbringsel und Andenken. In jedem Geschäft hing ein Poster mit dem Präsidenten. Daran muss man sich auch gewöhnen. Im Hotel aßen wir wieder mit Messer und Gabel. Man gewöhnte sich äußerst schnell an die Zivilisation. Dann schliefen wir alle friedlich in normalen Betten ein.
Am nächsten Tag hatten alle schön in richtigen Betten geschlafen. Zum Frühstück gab es Baguette und alles was man darauf essen kann. Dann wurden wir wieder abgeholt von den Jeeps. Wir wurden nach Djerba gefahren. Zwischendurch machten wir noch Stopp bei einer Höhlenwohnung. Davor lag ein kleines Dromedar. Es war ca. 1 Meter hoch und blökte wie ein Schaf. In der Höhlenwohnung gab es alles was man zum Leben brauchte: Küche, Schlafzimmer, Kinderzimmer, und, und, und… Es war toll zu sehen, wie eine so große Familie so überleben konnte.
Nach der Besichtigung ging es ab nach Djerba. Im Zentrum bummelten wir noch herum. Ich bekam noch eine „Hand der Fatima“ als Kettenanhänger. Das ist die Hand der Lieblingstochter des Propheten Mohammed. Mohamed (Chibani!!!) begleitete uns noch bis zum Check-in im Flughafen und verabschiedete sich. Schließlich saßen wir alle im Flugzeug und flogen nach München. Bei der Gepäckabgabe verabschiedete man sich und ging schließlich seiner eigenen Wege…
Mir hat die ganze Reise sehr gut gefallen und ich würde beim nächsten Mal gerne wieder mitkommen. Ich finde es spannend in der Wüste für ein paar Tage zu leben. Besonders toll fand ich, dass ich Heidrun und Mohamed immer etwas fragen konnte. Die beiden waren total nett. Auch GERALDINO hat uns toll unterhalten, so dass den Kindern nicht langweilig wurde. Großes Lob an alle! Die Kamele waren echt super, vor allem die „Blubberhengste“!
Ich hab mich auf der ganzen Reise, auch bei den stundenlangen Jeepfahrten und den Kamelritten NIE gelangweilt und weder PC noch Fernseher vermisst!

